| 1982 - 9. EM-Lauf in Hollenburg - Hollenburg-Cross:
So viel Action gab es noch nie... |
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Schon die 12. Auflage feierte Sonntag das
internationale Auto-Cross auf der Hollenburg und obwohl es eigentlich kein
"runder Geburtstag" war, wurde es ein tolles PS-Fest: so viel Actions hat
es in den zwölf Jahren wohl noch nie gegeben. 5000 Zuschauer kamen voll
auf ihre Rechnung: Spannende Kurvenkämpfe, Drifts, spektakuläre, aber
glimpflich ver-laufende Überschläge, Kür-Einlagen wie z.B. das Fahren mit
nur drei Rädern oder "Huckepack" auf einem Konkurrenten, aber auch
Nervenkitzel, als die Fall-schirmspringergruppe ungewollt mitten ins
Renngeschehen sprang. Hinter den Kulissen gab es leider eine Protestorgie, so daß eigentlich nur der Tagessieger (Tatra-Buggy-Pilot Alois Ha-vel aus der CSSR) feststeht, nicht aber die Plazierten. Einer protestierte gegen den anderen (Umwerfen von den mit Gummireifen markierten Torbegrenzung, was Strafsekunden mit sich bringt), die komplette deutsche Truppe drohte, nie mehr auf die Hollenburg zu kommen, ein nun als Teamchef tätiger Ex-Europa-meister sprach von "ang´soffenen Stre-ckenposten" und das endgültige Klasse-ment dieses Europameisterschaftslaufes wird statt im braunen Staub der Hollen-burg auf dem grünen Tisch der FIA fest-stehen. Zum sportlichen: CSSR-Mann Alois Havel |
war absolut schnellster Mann, die EM
dürfte aber dennoch verloren sein. Für Willi Rösel aus der BRD, den
Topfavo-riten und regierenden Europameister, kann es nach Beendigung des
Klasse-mentstreites drei - enttäuschende - Plät-ze geben: zwei, drei oder
sechs. Werner Gintersdorfer war schnellster Österrei-cher, soll aber
ebenfalls Tore geworfen haben. Und Staatsmeister Karl Wöber, der im
Training einen fünffachen Salto gedreht hatte, wurde nur Fünfter; der
Jim-Beam-Pilot könnte aber auch eben-so noch Dritter
werden. Schnellster Kärntner der Treibacher Old-boy Hans Huber, der aber zum Publi-kumsliebling wurde, als er im B-Finale "abgeschossen" wurde und dann mit nur drei Rädern dreieinhalb Runden ins Ziel kämpfte - 15. Platz. Gruber: "Ich bin im Ziel und das ist das Wichtigste. Ich in-vestiere nicht 700.000 Schilling in mein Auto, ich hole mir die Teile vom Schrott-platz - der Sport soll Hobby bleiben." Nicht vom Glück begünstigt bei seinem Comeback der "fliegende Feldkirchner" Hermann Waldy, der mit seinem Re-nault-Wurm-Buggy nach gutem Start, an zweiter Stelle liegend, von Franz Otter-mayer wild ausgehoben wurde und dann mit gebrochenem Dämpfer liegenblieb. Waldy: "Der Wagen hat aber noch zu wenig Schmalz, es kommt kein Druck |
von hinten ..."
In der Division 1 dominierte die deut-sche Streitmacht - Plätze eins bis fünf - und die zwei starken Porsches von Rai-ner Eisen und Adolf Heinz. Franz Gruber aus Treibach wurde als bester Kärntner Achter und hatte mit seinem VW im Fi-nale den nur auf der Felge fahrenden Audi Quattro des Deutschen Bierling ab-gefangen. Zehnter Gerhard Gruber (VW), zwölfter Günther Novak (Lancia). Wei-ter: 14. Gerald Korak (Alfetta), 15. Elmar Wolf (Simca). Der Veranstalter, der ARBÖ Car-Team Ferlach mit den Rennleitern Dipl.-Ing. Figura und Dipl.-Ing. Willi Singer an der Spitze, hat alles bestens organisiert. Kleine Pannen, wie der mißglückte "Pau-senfüller" mit den Fallschirmspringern, können immer vorkommen. Für 1983 wird man aber wohl endlich die Ostkurve nach der Startgeraden von den Zusehern räumen müssen (Europameister Willi Rösel: "Wenn da ein Auto mit 150 km/h ausbricht. Wenn ich die Zuschauer dort sitzen sehe, habe ich ein flaues Gefühl im Magen), auch bei der Torbegrenzung wird man sich etwas einfallen lassen müssen, ist doch die Hollenburg die einzige EM-Strecke, wo es Strafsekunden für das Berühren eines "Gummireifen"-Tores gibt. von Walter Grill |
| Hinweis |
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Der Text ist 1:1 aus der österreichischen
Zeitung "KTZ - Kärntner Tageszeitung" von 1982 entnommen. Urheber des
Textes ist der Autor Walter Grill bzw. die Zeitung.
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