In der Division der Tourenwagen sind die
Karten komplett neu gemischt. Die Grup-pe B-Boliden vom Schlage eines
Lancia Delta S4 oder Peugeot 205 T16 sind mittlerweile ins Museum
gewandert und dafür hielt die Gruppe A ihren Einzug. Allen voran
Vize-Europameister Rolf Vol-land aus Roth. Mit dem nagelneuen und
blitzsauber aufgebauten Audi Quattro S2 steht Rolf Volland ein unheimlich
poten-tes Fahrzeug zur Verfügung. Das kleine fränkische Team hat mit
technischer Un-terstützung von Alfons Hohenester die-ses Auto komplett
selbst aufgebaut. Von Werksunterstützung keine Spur. Die Worte von
Siegfried Volland, Vater und Teamchef in Personalunion, sprechen hierbei
Bände: "Wir haben zirka 800 Stunden am Audi geschraubt. Nochmal mach´ ich
das nicht mit." Unter der Be-werbung des langjährigen Sponsors Linn High
Therm ging der junge Sportsoldat der Fördergruppe Neubiberg ins Rennen.
Nach massiven technischen Problemen im samstäglichen Training, "Es ist
ir-gendetwas am Lader. Die Abgastempe-ratur ist im Keller", fand sich
Volland im ersten Vorlauf in der dritten und damit letzten Startreihe
wieder. Der Bayer, der seinen "Fünfzylinder" beim Start mit
stackatoähnlichen Gasstößen malträtiert, war aber bereits in der ersten
Kurve am Platz an der Sonne. Der folgende Sieg war somit eine reine
Formsache. "Wenn mir so´n Start im Finale gelingt, na dann...", sinnierte
Volland. Auch Lokalheld Hans Mandel bezauberte das trotz miesem Wetter
reichlich ver-sammelte Publikum mit bravourösen Vorläufen. Sein Subaru
lief wie ein Schweizer Uhrwerk, und die optimale Streckenkenntnis tat ihr
übriges. We-sentlich grausamer erwischte es einen anderen "Eingeborenen".
Hans Kirchhof, seines Zeichens mehrfacher Deutscher Rallye-Cross-Meister,
erlebte ein wahres Desaster. In einer mittelschnellen Links-kurve
untersteuerte der brandneue Ford   Audi Quattro S2 im Gruppe A Feld - das Maß der
Dinge  Shooting-Star Berthold Schnee |
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Escort Cosworth der-art, daß ein mehrfa-cher Überschlag nicht zu vermeiden
war. Sichtlich geschockt, komentierte Kirch-hof, "Es ging alles so
schnell. Ich hatte keine Zeit zu reagie-ren." Ruhiger ging es da im
Team von Rolf Volland zu. "Die nasse Piste liegt mir mehr, als das
trockene Zeittraining. Viel-leicht sollte man für das Finale einen
Regentanz durchführen", scherzte der bestens aufgelegte Bayer. Anstelle
di-verser Voodoo-Rituale beschränkte sich Volland im letzten Vorlauf auf
Reifentest und ließ Hans Mandel den Vortritt. Da-durch erbte der
Subaru-Pilot einen Platz in der ersten Startreihe. Keine Regen- sondern
Freudentänze veranstaltete die Truppe rund um Bert-hold Schnee. Der
blutjunge Golf-Fahrer heizte den Etablierten derart ein, daß selbst
gestandene Größen ihm Tribut zollten. "Den Wilden hab´ ich im Endlauf
lieber hinter mir.", raportierte Europa-meister Rolf Volland. Nicht so
erfreut über diese Unverfrorenheit der golfen-den Jugend, war der
Schweizer Walter Schmid. Der Eidgenosse vermochte es nicht, mit seinem
bärenstarken Ford Sierra den knallgelben Golf auf Distanz zu halten. Nur
dank direkter Fahrt auf der Kampflinie konnte Schmid Schlim-meres
verhindern. Das mit Spannung erwartete Finale ließ dann auch keine
Wünsche offen. Volland katapultierte sich mit einem Traumstart an die
Spitze und gab diese bis zur Ziel-flagge nicht mehr ab. Hinter dem
wun-derschönen Audi war derweil der Teufel los. Hans Mandel wehrte mit
Händen und Füßen die Attacken von Anatoli Krivobo-kov (GUS) erfolgreich
bis ins Ziel ab. Berthold Schnee fuhr unterdessen das Rennen seines
Lebens. Dies war jedoch nicht schwierig, da der Kfz-Schlosser erst sein
zweites Autorennen überhaupt be-stritt. Nachdem er seinen "Busenfreund"
Schmid und Tabellenführer Makarov (GUS) hinter sich gelassen hatte, ging
er ohne jeglichen Respekt daran, den Fran-zosen Marc Morize aufzuarbeiten.
Hierbei wurden Leitplanken, Reifenstapel und di-verse Erdwälle in die
Ideallinie einbezo-gen. Dieses Unternehmen sollte zwar scheitern, aber
dennoch freute sich Schnee im Ziel. "Ich bin einfach nur happy!" Ein
weiterer glücklicher Pilot war Rolf Vol-land. Mit seinem Erfolg zog er mit
Maka-rov an der Tabellenspitze gleich und hat somit eine ideale
Ausgangsposition für die kommenden Rennen. Freudestrah-lend erklärte
Volland den technischen Kommisaren im Parc Ferme, daß er in seinem Auto
einen Motor installiert und Räder angebracht hat. Die Offiziellen fanden
im Reglement keinen Punkt der dies verbietet und somit war der Sieg
rechtens. Aber als Hauptgrund für seine Überlegenheit deklarierte Volland:
"Mei-ne Freundin ist mit ihrer Gardetanzgrup-pe angereist, du weißt
schon..." |
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  Im Finale nur knapp am Sieg vorbei - Robert
BehrEin Tip für die Zukunft: laß die Mädel als Cheer-Leader
antraben. Da haben wir nämlich alle was davon. In der Division der
Spezial-Cross-Fahr-zeuge, von einigen boshaft "Kaninchen-ställe" genannt,
ging´s ähnlich hart zur Sache. Der deutsche Hoffnungsträger Robert Behr
(Neuburg/Donau) mußte mit einem nicht optimalen Startplatz vorlieb nehmen.
Grund hierfür war ein brutaler Leitschienenkontakt im Vorlauf. Dennoch
mischte Behr sofort an der Spitze mit. Dank eines super-starken
Audi-Motors im Rücken keimte bereits erste Hoff-nung, ehe ein kurioser
Ausfall alles zu-nichte machte. Eine gebrochene Len-kungswelle ließ den
armen Robby Behr geradewegs ins Aus rodeln. Quasi als Entschuldigung
streckte Behr das losge-rissene Steuer aus dem Fenster. Trotz-dem gilt der
Bayer als Mann der Zukunft. Sieger wurde ein überglücklicher Luis
Ribeiro aus Portugal. Tief gerührt gab Ribeiro im Ziel ein Interview, auf
portu-giesisch wohlgemerkt, seine Landsleute waren aus dem Häuschen, ich
verstand kein Wort. Um Rang zwei fighteten Jean-Paul Vin-cendeau (F)
und der Österreicher Herbert Rammel. Der Franzose behielt hierbei das
bessere Ende für sich und wurde Zweiter. Vierter wurde Lokalmatador Os-win
Büchl. Mit seinem 1600er Spitznagel-VW-Buggy geigte er der stärkeren
Kon-kurrenz gewaltig um die Ohren. Einfach Sport vom Feinsten.
Auto-Cross ist im Kommen, die Zuschauerzahlen beweisen es.   Oswin Büchl im 1600-er im Feld der dicken Brummer vorne
mit dabei
Text: Thomas Paul Bilder: Thomas
Langer |