Ideales Rennwetter lockte etwa 5000
Zuschauer an den Gründautalring zum zweiten
Auto-Cross-Europameister-schaftslauf. Über 120 Nennungen aus elf Ländern
lagen dem MSC Gründautal vor, der damit dritter bundesdeutscher
Ver-anstalter (neben Schlüchtern und Mölln) eines
Europameisterschaftslaufes ist. Die gesamten europäischen
Spitzenfah-rer waren am Start, lediglich der amtie-rende Meister in der
Division II (Touren-wagen), der Italiener Illide Romagna fehlte. Frantisek
Kacirek, der Europa-meisterschaftsvierte des letzten Jahres, hatte bereits
im Training thermische Probleme mit seinen neuen allrad-getriebenen Ford
Sierra und so mußte er noch während des ersten Vorlaufes die Segel
streichen. Klarer Favorit bei den Tourenwagen war der Italiener Giancarlo
Stecca. In seinem schwarzen Lancia Delta sollen etwa 500 Pferde ihren
Dienst verrichten.   Giancarlo Stecca auf Lancia war unschlagbar Mit zum
Favoritenkreis zählten auch die beiden Deutschen Rolf Volland (Dritter des
letzten Jahres) und "Mister Auto-Cross" Bernhard Schönacher, beide auf
Audi 90 quattro, sowie der Franzose Jean Marie Tavernier mit seinem Audi
quattro. Alle vier gewannen sicher ihre Vorläufe. Im ersten
Semifinallauf kam es dann auf das Zusammentreffen von Stecca und
Tavernier. Das italienische Gespann Stecca/Lancia siegte unangefochten.
Pech hatte der Lokalmatador Peter Kelm. Ein Kabelbrand in seinem Audi 90
quattro während des Rennens beraubte ihn einer schon sicheren Teilnahme am
Endlauf. Im zweiten Halbfinale trafen Schönacher und Volland aufeinander.
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Nach hartem Kampf gewann Schönacher und
verwies seinen Markengefährten auf Platz zwei. Im Endlauf stellten sich
dann ein Lancia, drei Audi, zwei Porsche und vier Skoda dem Starter.
Stecca übernahm sofort die Spitze, gefolgt von Schönacher, Volland und
Tavernier. Auf der Gegengeraden überschlug sich Ernst Hofer, einer der
beiden österreichischen Porschefahrer. In der dritten Runde erkämpfte sich
Volland Platz zwei.   Heiße Duelle: Volland (Nr.103) und Schönacher Ab der
fünften Runde begannen die ersten Überrundungen, die Tavernier zum
Verhängnis wurden. In der Schikane vor Start und Ziel geriet er mit dem
Tschechen Josef Bartos (Skoda) zusam-men. Er verlor die Kontrolle über den
Audi und zerlegte seinen quattro. Tavernier kam wie durch ein Wunder
unverletzt davon. Das Rennen wurde sofort abgebrochen, da die Trümmer über
den ganzen Start/Ziel-Bereich verstreut waren. Beim Neustart ergab sich
das alte Bild: Steccas Lancia führte vor den beiden Audi von Volland und
Schönacher, dann folgte der Porsche des Österreichers Siegfried Pfeiffer,
den Abschluß bildeten die vier Skoda von Jaroslav Tehnik, Jaroslav Mahr,
Helmut Reimann und Josef Bartos (alle CSFR). Dieses war auch der Stand bei
der Zieldurchfahrt. Giancarlo Stecca verbucht damit bereits den zweiten
Sieg in diesem Jahr, nachdem er das Auftaktrennen in Mallorca gewinnen
konnte. Mit seinem zweiten Platz hält Rolf Volland Anschluß an den
Italiener, er erkämpfte auf der spanischen Insel einen hervorragenden
dritten Platz. |
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Peter Mücke war der einzige Starter aus
der DDR. Der achtplazierte der letzt-jährigen Europameisterschaft der
Divi-sion III (Spezial-Auto-Cross-Fahrzeuge) hatte Pech. Ein Dreher in
einem der Halbfinalläufe warf ihn auf den zehnten Platz zurück. Er konnte
sich zwar noch auf den sechsten Rang vorarbeiten, aber es reichte nicht
für die Finalteilnahme. Zu den anderen Deutschen: Heinz Garthe verbog
in einem der Vorläufe das Fahrwerk seines Eigenbaus und mußte aufgeben.
Für Gustav Siebert kam mit Platz sieben im Halbfinale das Aus. Robert
Behr, in mehrere Rangeleien verwickelt, biß sich ins Finale durch. Die
Überraschung: Oswin Büchl mit einem 1600 ccm-Auto schaffte den Einzug ins
Finale und, um es vorwegzunehmen, er erkämpfte gegen die PS-übermächtigen
Turbos und 6-Zylinder einen neunten Platz im Gesamtklassement. Johnny
Hakvoort (Niederlande), der am-tierende Europameister, der sich bereits
vor zwei Wochen beim Auto-Cross in Schlüchtern in Top-Form gezeigt hatte,
bewies auch hier seine Klasse und über-nahm beim Start des Finallaufes
sofort die Führung. Anfang der dritten Runde war er jedoch zu schnell,
touchierte die Streckenbegrenzung und verbog die Hinterradaufhängung
seines Fahrzeuges. Dadurch verschenkte er einen möglichen Sieg und wurde
innerhalb von zwei Runden vom gesamten Feld überholt. An der Spitze
setzte sich der bis dahin zweitplazierte Dominique Dubourg (Frankreich).
Willi Rösel (mit öster- reichischer Lizenz fahrend) kam mit seinem Auto
und dem schnellen Gründautalring gut zurecht und machte Jagd auf den
Franzosen. Dieser nutzte jedoch die volle Streckenbreite aus, so daß Rösel
sich mit dem zweiten Platz zufriedengeben mußte. Von Platz sechs auf Platz
drei vorgearbeitet hatte sich mittlerweile der schnelle Österreicher
Herbert Rammel. Dubourg, Rösel, Ram-mel war der Zieleinlauf nach zehn
Runden. Auf Platz vier fuhr Horst Kaudela, dann der Tscheche Jiri Bartos,
der Italiener Luciano Tamburini, der Franzose Bruno Warnia, die beiden
Deutschen Robert Behr und Oswin Büchl und mit einigen Runden Rückstand
Johnny Hakvoort.
Christine Gottwald Fotos: Uwe Baldes, Christine
Gottwald |